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Wie erstelle ich ein digitales Baumkataster? – Schritt für Schritt

Von der ersten Bestandsaufnahme bis zum vollständig gepflegten Baumkataster – eine praxisnahe Anleitung für Kommunen, GaLaBau und Eigentümer.
Wie erstelle ich ein digitales Baumkataster? – Schritt für Schritt
Arbora.app Redaktion
12. Februar 2026

Was ist ein Baumkataster?

Ein Baumkataster ist eine vollständige, strukturierte Erfassung aller Bäume in einem definierten Bereich. Es enthält für jeden Baum mindestens:

  • Eindeutige Identifikationsnummer
  • Genauen Standort (GPS-Koordinaten)
  • Baumart und -sort
  • Wesentliche Stammparameter (Stammumfang, Kronendurchmesser, Höhe)
  • Vitalitätszustand
  • Kontroll- und Pflegehistorie

Ein digitales Baumkataster macht diese Daten in einer Software zugänglich – mit Kartenansicht, Suchfunktion und der Möglichkeit zur lückenlosen Kontrollhistorie.

Schritt 1: Umfang definieren

Bevor Sie mit der Erfassung beginnen, legen Sie fest, welche Flächen und Bäume in das Kataster aufgenommen werden. Das klingt trivial, ist aber wichtig: Ein ungeplantes Kataster wächst unkontrolliert und wird unübersichtlich.

Fragen zur Abgrenzung:

  • Welche Flächen gehören dazu? (Straßenbegleitgrün, Parks, Schulgeländen, Betriebsgelände)
  • Ab welchem Stammumfang wird ein Baum erfasst? (Üblich: ab 80 cm Stammumfang in Brusthöhe)
  • Werden auch Sträucher, Hecken oder Obstbäume miterfasst?

Legen Sie diese Kriterien vor der Erfassung schriftlich fest – das erleichtert die spätere Konsistenz erheblich.

Schritt 2: Datenstruktur und Software wählen

Entscheiden Sie früh, welche Software Sie nutzen. Denn die Datenstruktur (welche Felder, welche Wertebereiche) ist schwer nachträglich zu ändern, ohne Altdaten zu migrieren.

Für eine FLL-konforme Erfassung brauchen Sie mindestens diese Felder:

FeldBeschreibung
BaumnummerEindeutige ID
StandortGPS-Koordinaten
BaumartBotanischer und deutscher Name
StammumfangIn cm, gemessen in 1 m Höhe
KronendurchmesserIn m
BaumhöheSchätzung in m
VitalitätsstufeNach FLL: 0–4
VerkehrssicherheitsstatusSicher / eingeschränkt / nicht sicher
Letzte KontrolleDatum
Nächste KontrolleDatum

Arbora.app bietet diese Struktur vorkonfiguriert an – kein Einrichten nötig.

Schritt 3: Bestandsaufnahme durchführen

Die initiale Bestandsaufnahme ist die zeitintensivste Phase. Planen Sie ausreichend Kapazitäten ein – je nach Bestandsgröße und Zugänglichkeit der Flächen.

Methoden der Bestandsaufnahme:

A) Begehung im Außendienst

Systematische Begehung der Flächen mit Smartphone oder Tablet. Jeder Baum wird direkt digital erfasst – Standort per GPS, Fotos direkt aus der App, alle Parameter per Dropdown oder Freitexteingabe.

Vorteil: Keine Doppelarbeit, direkt digital. Aufwand: Ca. 2–5 Minuten pro Baum je nach Zustand und Erfahrung.

B) Luftbildauswertung als Vorbereitung

Für große Flächen kann eine Luftbildanalyse helfen, Bäume vorab auf der Karte zu markieren. Beim Außendienst werden dann nur noch Parameter ergänzt. Vorteil: Zeitersparnis bei der Begehung. Aufwand: Erfordert GIS-Kenntnisse oder externe Dienstleister.

C) Übernahme aus Altdaten

Wenn ein Excel-Kataster oder Papierlisten existieren, können diese als Ausgangspunkt dienen. Die Daten müssen aber überprüft und mit GPS-Standorten ergänzt werden.

Schritt 4: Erste Baumkontrollen dokumentieren

Direkt bei der Bestandsaufnahme oder in einem zweiten Durchgang sollte für jeden Baum eine erste Baumkontrolle nach FLL erstellt werden. Das gibt Ihnen:

  • Den Ist-Zustand zum Stichtag der Erfassung
  • Eine Grundlage für die Priorisierung von Pflegemaßnahmen
  • Den Startpunkt für die Kontrollhistorie

Auch wenn der Baum völlig unauffällig ist, dokumentieren Sie "Keine Mängel festgestellt" – denn das ist im Schadensfall mindestens genauso wichtig wie die Dokumentation von Schäden.

Schritt 5: Pflegemaßnahmen einplanen

Nach der Bestandsaufnahme haben Sie in der Regel eine Liste von Bäumen mit Handlungsbedarf. Priorisieren Sie:

  1. Sofortige Maßnahmen: Bäume mit akuter Bruchgefahr oder stark eingeschränkter Verkehrssicherheit
  2. Kurzfristige Maßnahmen: Pflegebedarf innerhalb der laufenden Saison
  3. Mittelfristige Maßnahmen: Planbare Eingriffe für den nächsten Haushaltsplan

Erstellen Sie für jede Maßnahme einen Auftrag im System und verknüpfen Sie ihn mit dem betreffenden Baum.

Schritt 6: Laufende Pflege des Katatsters

Ein Baumkataster ist kein Einmalprojekt, sondern ein lebendes Dokument. Legen Sie Prozesse fest, die sicherstellen, dass das Kataster aktuell bleibt:

  • Nach jeder Baumkontrolle: Ergebnis direkt erfassen (kein Nacherfassen am nächsten Tag)
  • Bei neuen Pflanzungen: Baum sofort im System anlegen
  • Bei Fällungen: Baum als "gefällt" markieren, nicht löschen (Nachvollziehbarkeit!)
  • Jährliche Vollkontrolle: Alle Bäume einmal pro Jahr systematisch durchgehen

Fazit

Ein digitales Baumkataster aufzubauen ist kein Hexenwerk – es erfordert vor allem eine systematische Herangehensweise und die Konsequenz, Daten direkt im Außendienst zu erfassen.

Mit Arbora.app können Sie noch heute kostenlos beginnen – ohne Installation, ohne IT-Projekt, ohne Risiko.